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Das
Vinorell ist Malerei auf Papier und umfaßt ebenso Druckgrafik und Gemälde auf Leinwand - im wesentlichen mit Rotweinsorten aus aller
Welt
hergestellt.
Was
bei einem Vinorell zählt, sind nicht die Stunden mühsamer Ausarbeitung
von Details, sondern kurze
Perioden hoch konzentrierten Schaffens. Das Medium selbst fördert diese Haltung, denn
es kann nichts mehr verändert werden, sobald der Pinselhieb oder auch
der mit Kork oder Pipette aufgetragene Wein einmal auf das Papier gelangt und
trocknet.
Die
besondere Materialwahl des Bildträgers macht es Bernd Horak möglich,
die Farbstoffe des Weines zu konservieren und kontrastreich zu halten.
Es
entstehen kräftige
wie auch duftig luftige Farbtöne von Rotnuancen bis hin zu Braun,- Lila, und Grautönen. Zudem ist in einem Vinorell
die Lichtechtheit und Haltbarkeit wie bei seiner "Malverwandschaft",-
dem Aquarell, gegeben.
Das Vinorell verlangt eine ausgefeilte
Technik,
klare
Konzeption und Mut,
verträgt keine Unsicherheiten, kein Zögern, keine Überarbeitung.
Geschwindigkeit
und Zufall sind die im Arbeitsprozess freigesetzten Aspekte, die zur explosiven Bildfaktur
führen. Die
Farbe Wein fließt,
hier und dort stockt sie, bildet vielleicht von selbst Kontinente oder Figurationen.
In
bemerkenswerter Weise fließen Geste, Form und Raum zu einem Ganzen zusammen.
Die gesamte Bildoberfläche wird durch "Weinexplosionen" belebt, deren Schübe gleichzeitig in
alle Richtungen weisen können. Fläche und Form werden
miteinander verwoben,
bringen ein großes Feld hervor, das den Betrachter einlädt, im Vinorell ständig
neues
zu entdecken.
Vinorelle
wecken Erinnerungen an Phänomene
der Natur,
an erinnerte
Landschaft,
oder zeigen erotisch
Körperhaftes.
Über dem Ganzen liegt eine humorvolle organische Integrität. Spontaneität
und Kalkül, Formkondensierung und Auflösung halten sich im Vinorell
die Waage und ergeben ein
ästhetisches, bildhaftes Ergebnis von Größe, Ursprung und Fruchtgehalt
des Weines und der Kunst.
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